80: INTERVIEW – Sein Unternehmen anzünden mit Kai Elmendorf

Ein Neuanfang in großem Stil

Abspielzeit: 0:15:03


Folge 80 vom 08. Februar 2018

 
Kai Elmendorf ist in 9ter Generation Kornbrenner. Er hat von einen Tag auf den anderen das gesamte Unternehmen still gelegt und einen kompletten Neuanfang vollzogen. Was Ihn dazu bewegt hat erfährst Du in dieser Folge.
 


S H O W – N O T E S

Im Folgenden geben wir Dir den Inhalt des Podcasts in Stichpunkten wieder. Direkt zu Thorsten Moortz kommst Du hierZu uns – codu – geht’s hier! Weitere interessante Links findest Du am Ende unter der Überschrift “Ressourcen und Referenzen”.

In der heutigen Folge sagen wir Dir, warum Du Dein Unternehmen “anzünden” solltest. Ein Interview mit Kai Elmendorf, dem Kornbrenner aus Hamburg

Welche 3 wichtigen Punkte kannst Du Dir aus dem heutigen Training mitnehmen?

  1. Warum Tradition auch Untergang bedeuten kann

  2. Was es bedeutet ein Unternehmen in Brand zu setzen

  3. Wie Du einfacher Veränderungsprozesse gestaltest

Rayk: Willkommen Kai Elmendorf.
Bist Du ready für die heutige Trainingseinheit?

Gast: Ich bin mittlerweile fit, ja!

Rayk: Lass uns gleich starten!
Was sind die drei wichtigsten Dinge, die unsere Zuhörer über Dich wissen sollten?

Gast:

  1. Ich bin Kai Elmendorf 46 Jahre alt. (2017)

  2. Kornbrenner vom Beruf.

  3. Ich habe nach über 300 Jahren das Familienunternehmen komplett umgekrempelt

Interviewfragen

Rayk: Was ist Deine spezielle Expertise, was gibst Du den Menschen weiter?

Gast: Ich stehe für Veränderungen. Ich zeige Menschen wie man es schafft mit Veränderungen umzugehen.
Insbesondere an meinem eigenen Beispiel, in dem ich nach über 300 Jahren, in 9. Generation, mich entgegen der Familientradition dafür entschieden habe, das Geschäft anders weiter zu führen.

Rayk: Was war beruflich Deine Weltmeisterschaft? Was war Deine größte Herausforderung und wie hast Du diese überwunden?

Gast: Der Veränderungsprozess der Produktionsumstellung und der Wiedergeburt der Kornmanufaktur. Ich habe meine alte Grundlage angezündet und deswegen musste ich mich für radikale und schnelle Schritte entscheiden.
Nach 328 Jahren habe ich einen Betrieb still gelegt, ich musste Mitarbeiter entlassen, die mich seit meinem fünften Lebensjahr kennen, ich musste mich gegen die Widerstände aus der Familie durchsetzen.
Dann musste ich mutig sein, dieser Konsequenz auch zu folgen, und das hat für mich funktioniert, weil der Handlungsdruck da war.

Rayk: Wo war für Dich der Punkt erreicht, an dem Du beschlossen hast, dass Du etwas anders machen musst?

Gast: Unsere Umsätze stagnierten, bzw fielen, die Zielgruppe hat sich nicht verändert, es musste eine Veränderung her.
Ich hätte das Geschäft noch 10 Jahre führen können, und dann wäre es gestorben. So habe ich jetzt die Chance ergriffen und damit das Fundament für die nächsten 300 Jahre gelegt.

Rayk: Was ist ein ganz wesentliches Werkzeug aus Deinem Erfahrungsschatz, das wir kennen sollten, aber noch nicht kennen?

Gast: Das wesentlichste Werkzeug war es die bestehenden Strukturen anzuzünden. So wird man offen für Ideen von Außen anzunehmen. Damit es leichter geht, hilft es viel zu Fragen.

Rayk: Kannst Du das einmal konkretisieren, was es heißt, sich von den alten Strukturen zu lösen?

Gast: Wir hatten eine Produktionsstätte mit 28 Mitarbeitern, die haben wir von einem Tag auf den anderen geschlossen. Wir haben ein Jahr gebraucht, um alles Alte zu Grabe zu tragen, und dann habe ich eine ganz neue Produktionsstätte an einem neuen Standort aufgemacht.
Damit gelang mir ein wirklicher Neuanfang.

Rayk: Gab es schon den fertigen Plan vor diesem Schritt, oder hast Du einfach gemacht?

Gast: Es gab eine leichte Idee, keines Falls einen festen Plan. In der alten Umgebung konnte die Idee nicht reifen und sich entwickeln, daher musste es eine neue Umgebung sein.

Rayk: Wenn jetzt ein Unternehmer noch nie etwas von dieser Technik gehört hat. Was ist Deine Empfehlung, um diese schnellst möglich in Einsatz zu bringen. Welches Vorgehen schlägst Du vor?

Gast: Wer nicht ganz so mutig ist, muss die Idee außerhalb des bestehendes System aus arbeiten. Man darf sich nicht von den bestehenden Strukturen limitieren lassen. Deswegen sollte man sich auch physisch trennen. Wenn man merkt das es funktioniert, dann sich auch wirklich trennen, und den Schritt in die Zukunft gehen.

Rayk: Wie hast Du es Dir leichter gemacht, den harten Cut zu machen, und den neuen Weg zu beschreiten?

Gast: Die Unterstützung habe ich mir nicht in meiner Branche geholt, sondern branchennahe. Ich habe mir die Unterstützung bei potentiellen Neukunden geholt und bei Hochschulen geholt. In verschiedensten Bereichen bin ich aktiv geworden: Produktion, Recht und Weiteres.

Rayk: Kannst Du der Unternehmerwissen-Community kurz die 3 Schritte darstellen, die unseren Hörern darstellen, wie man jetzt am besten starten sollte.

Gast: 

  1. Das Erkennen, dass der bisherige Weg keine Zukunft hat.

  2. Offen zu sein, für wirklich alles, aus jeder Idee kann sich etwas entwickeln.

  3. „Burning Plattform“ breche Deine alten Strukturen ab und sei mutig.

Rayk: Kannst Du einmal Dein persönlichen Weg beschreiben, damit den Zuhörern besser klar wird, warum Du so handeln konntest?

Gast: Beruflich bin ich oft gescheitert, ich habe viele Stationen kennengelernt, sowohl in der Ausbildung als auch im Berufsleben. Ich habe viel ausprobiert, um festzustellen wo meine Stärken liegen. Scheitern ist nicht schlimm, es gibt einem viele Erkenntnisse darüber was man wirklich kann. Das was man nicht kann, sollte man auch Andere machen lassen.

Rayk: Kannst Du noch einmal kurz das Zahlenbeispiel geben, wie Du vom Allerweltsprodukt zur Premiummarke Dich entwickelt hast?

Gast: Früher hatten wir 2.5 Mio. Flaschen Korn Jahresproduktion, jetzt produziere ich 2.5k p.a. Ich konnte nichts von der alten Struktur mitnehmen, ich bin vom Supermarktregal zum Fachmarkt gewechselt.
Dieser Bruch war notwendig, denn auch die Margen sind ganz andere. Für das Unternehmen war dieser Sprung die Rettung.

Rayk: Grandios. Lass uns das Interview mit Deinem Spezial-Tipp für die Unternehmerwissen-Community beenden, dem besten Weg mit Dir in Kontakt zu treten und dann verabschieden wir uns.

Gast: Man kann uns direkt anschreiben korn@elmendorf.d .

Rayk: Vielen Dank, dass Du Deine Erfahrungen und Dein Wissen mit uns geteilt hast.

Gast: Danke, gern geschehen.

3 Schlüsselpunkte

  1. Sei immer offen für neue Ideen

  2. Erkenne wenn Deine Substanz nicht mehr da ist

  3. Zünde Deine Plattform an, damit Du Dich zu Veränderung zwingst

Ressourcen und Referenzen

codu Hilft

Kai Elmendorf

Elmendorf Korn bei Facebook

Tastings ab 8 Personen (bis 20 P.) in Hamburg

Kontakt zu Rayk: rayk@codu-training.de

Alle Folgen findest Du unter: codu-training.de/podcast



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